Auch in Österreich ist der Weg für das Digitalradio frei

Los ging es eigentlich bereits im Mai 2015 mit einem Digitalradio-Testbetrieb in der österreichischen Hauptstadt, der seitdem 15 Programme mit unterschiedlichsten Sparten ausstrahlt. Bislang verlief der Test sehr erfolgreich, wie im Mai eine Pressemitteilung des Vereins Digitalradio Österreich verriet. Vielleicht war dies auch mit Auslöser für die heutige Entscheidung, die Österreich dem Digitalradio ein großes Stück näher bringt. Die RTR Rundfunk- und Telekom Rguierungs GmbH stellte heute eine Studie zur Einführung von Digitalradio in Österreich vor. Vorausgegangen war ein Call for Interest, der die Nachfrage und die Voraussetzungen für eine Einführung unter den Medienunternehmen in der Bundesrepublik ausloten sollte. Die Interessenbekundungen wurden so zahlreich eingereicht, dass die Medienbehörde heute für Anfang 2017 eine Ausschreibung von bis zu zwei landesweiten und regionalen Multiplexen in Aussicht stellte. Gleichzeitig äußerte sich die Behörde allerdings auch kritisch, ob die Geschäftsmodelle tragbar wären, stelle man sich doch einem starken Wettbewerb innerhalb eines dominierenden UKW-Marktes und anfänglich hoher notwendigen Investitionen. 

Hocherfreut zeigt sich der Verein Digitalradio Österreich. Wolfgang Stuber, stellvertretnder Obmann des Vereins gegenüber der Presse über die heutige Entscheidung:

Das Ergebnis der Interessenserhebung sowie die daraus abgeleiteten Entscheidungen der Behörde zeugt von Weitsicht in der Planung von digitalem Hörfunk in Österreich. Während DAB+ bereits heute europaweit der Standard für digitale Terrestrik darstellt, wird nun auch in Österreich die Infrastruktur für eine innovative Radiozukunft aufgebaut werden können

Der Geschäftsführer Gernot Fischer ergänzt:

Es ist allen Branchenkennern – auch dem ORF –, bewusst, dass DAB+ den besseren und günstigeren Übertragungsstandard für Radio darstellt. Jene Rundfunkbetreiber, die sich gegen Digitalradio aussprechen, stehen medienpolitischen, sicherheits- und verkehrspolitischen notwendigen Entwicklungen in Österreich im Weg

Der ORF hat sich wiederholt gegen eine Einführung von Digitalradio ausgesprochen. Kurz vor Start des Testbetriebes in Wien teilte man seinen Verzicht auf den reservierten Sendeplatz mit.

Wie aus der Zusammenfassung der RTR der Interessenbekundung zu entnehmen ist, haben sich 12 Unternehmen für eine landesweite Ausstrahlung ausgesprochen, darunter ERF Medien Österreich GmbH , RTG Radio Technikum GmbH, Radio Eins Privatradio GmbH, Radio Arabella GmbH, Welle Salzburg GmbH. 10 Anbieter können sich eine regionale Verbreitung vorstellen, darunter ebenfalls Radio Arabella GmbH,  RTG Radio Technikum GmbH, Radio Eins Privatradio GmbH und Welle Salzburg GmbH. 4 weitere Teilnehmer haben grundsätzliches Interesse signalisiert, so der auf der Homepage der RTR veröffentlichte Bericht weiter.

Kurzfristig wird es vermutlich Zuwachs beim Testbetrieb in Wien geben. Welcher Veranstalter dahinter steckt konnte der Verein Digitalradio Österreich auf Anfrage von „Radio wird digital“ leider noch nicht verraten. Die Aufschaltung ist noch von behördlichen Zulassungen abhängig.

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