Bremen Next ist on air

Seit gestern 17.08.2016 hat Bremen einen neuen Jugendsender: Bremen Next. Bremen Next ist im Digitalradio bereits seit 2013 on air, erfuhr aber gestern einen großen Relaunch. Bremen Next ist nicht nur ein Radioprogramm, sondern ein crossmediales Projekt, welches auch Videos und Social Network-Inhalte produziert und Partys organisiert. Zielgruppe sind junge Bremerinnen und Bremer zwischen 15 und 25.

„Vom Party machen in der Stadt bis zum politischen Weltgeschehen – bei Bremen NEXT gehen Spaß und Sinnsuche Hand in Hand“, sagt Felicia Reinstädt, Redaktionsleiterin Bremen NEXT: „Ziel ist es, die User zu unterhalten, zu informieren und für sie verlässliche Orientierungsangebote zu schaffen und das alles auf Augenhöhe.“

„Mit der crossmedialen Ausrichtung von Bremen NEXT geht Radio Bremen als öffentlich-rechtliche Anstalt konsequent auf die junge Zielgruppe und deren veränderte Mediennutzungsgewohnheiten zu. Dies ist kein junges Radio und kein Jugendkanal – dies sind Inhalte für junge Menschen, die im Zweifelsfall aus dem Handy kommen“, sagt Radio Bremen-Intendant Jan Metzger, der gemeinsam mit Programmdirektor Jan Weyrauch das Projekt angestoßen hat. Bremen NEXT ist dabei konsequent regional ausgerichtet: „Die Redaktion zeigt die besten Ecken, aber auch die größten Probleme der Region“, so Helge Haas, Leiter des Bereichs Junge Angebote bei Radio Bremen. „Sie ist mit Kamera, Mikrophon und Smartphone immer mitten im Geschehen und im Gespräch mit der Zielgruppe. Das fällt dem NEXT-Team leicht, denn sie sind in Bremen und Bremerhaven zu Hause. NEXT wurde von jungen Kreativen aus der Region entwickelt und wird jetzt von ihnen gelebt.“

Gut ein Drittel der 14- bis 25-Jährigen im Bundesland Bremen haben Migrationshintergrund. Dies spiegelt sich auch in der Zusammensetzung der Bremen NEXT-Redaktion wider. Bremen NEXT ist auch ein Programm für Migrantinnen und Migranten, interkulturelle Themen sind Teil der jungen bremischen Lebenswelt und Teil von Bremen NEXT.

In einem Interview sagte Jan Metzger zu den Hintergründen, warum man Bremen Next startete folgendes:

Wir nehmen den monatlichen Rundfunkbeitrag von allen. Bisher hat Radio Bremen aber für junge Menschen unter 25 Jahren im Land Bremen kein Angebot. Das ändert sich jetzt mit Bremen NEXT. Es gehört zu unserem öffentlich-rechtlichen Auftrag, auch ihnen etwas zu bieten. Wir entwickeln diese neue crossmediale Plattform gemeinsam mit jungen Leuten aus der Zielgruppe. In Bremern hat mehr als ein Drittel der unter 30-jährigen eine Migrations-Geschichte. Deshalb sind sie und ihre Themen von Anfang an ein Teil von Bremen NEXT. Radio Bremen trägt so dazu bei, ihnen auch eine mediale Heimat zu geben. Damit leistet Radio Bremen einen Beitrag zum Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Schließlich – für uns ebenfalls wichtig: Mit Bremen NEXT lernt Radio Bremen, wie heute die Produktion von Medien für junge Leute geht: Für das Smartphone, über soziale Netzwerke, im Dialog auf Augenhöhe mit den Nutzern. Von dieser Erfahrung wird das ganz Haus profitieren – auch unsere etablierten, „klassischen“ Programme

Jan Weyrauch, Programmdirektor von Radio Bremen nahm Stellung im Hinblick auf die Finanzierung des Programmes:

Durch den neuen ARD-Finanzausgleich haben sich die Einnahmen von Radio Bremen in den letzten Jahren um gut 10 Prozent verbessert. Damit konnten wir die allgemeinen Kostensteigerungen bei Gehältern, Honoraren und Sachkosten abfangen und unser bisheriges Programm-Angebot aufrechterhalten. Indem wir weiter sehr sparsam wirtschaften, haben wir einen Teil der verbesserten Einnahmen aber auch für Innovation im Programm verwenden können. Bremen NEXT ist zurzeit unser wichtigstes Zukunfts-Projekt, mit dem wir die Jungen im Land Bremen gewinnen und gleichzeitig den Medienwandel bewältigen wollen.

Nähere Informationen wurden in der Pressekonferenz bekannt gegeben, die Sie hier noch einmal ansehen können: http://www.radiobremen.de/unternehmen/livestream-bremennext100.html

Junge Inhalte zu produzieren sind ein wichtiger Baustein in der Strategie der Funkhäuser um junge Hörer nicht an Musikstreamingdienste zu verlieren. Früh haben die öffentlich-rechtlichen Sender die Entwicklungen erkannt. Jeder Landesrundfunkanstalt hat unterdessen ein Jugendradio im Angebot: PULS(BR), Sputnik(MDR), Fritz(RBB), N-Joy(NDR), Das Ding(SWR), You FM(hr)

Bremen Next kann im Digitalradio auf Kanal 7B empfangen werden und überraschend auch auf UKW, wie im Vorfeld die radioWOCHE recherchierte.

Bild: (c) Radio Bremen – Foto Pascal Muehlhausen

Teile des Beitrages wurden aus der offiziellen Pressemitteilung entnommen

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