DAB+: Das steht im ausgehandelten Koalitionsvertrag

Es waren spannende Tage die verhandelt wurden bis am 07.02. bekannt gegeben wurde, dass sich die Volksparteien CDU, CSU und SPD auf einen großen Koalitionsvertrag geeinigt haben. Schon vergangene Woche sickerte durch, dass auch beim Thema Digitalisierung DAB+ berücksichtigt wurde. Sogar von einer UKW-Abschaltung, die in der anstehenden Legislaturperiode beschlossen werden sollte, war die Rede. Ob man diesbezüglich zugunsten der UKW-Lobby einen Rückzieher machte oder gar nicht ernsthaft zur Debatte stand, ist unbekannt. Dieser Passus scheint auf jeden Fall nun vom Tisch. Dennoch möchten die drei Parteien dem Digitalradio besondere Aufmerksamkeit schenken und vereinbarte:

Wir werden die Regelungen zur Interoperabilität in § 48 Telekommunikationsgesetz(TKG) angesichts der veränderten Anforderungen an den digitalen Hörfunk weiterentwickeln, um das Digitalradio als niedrigschwelliges Medium zu stärken. Wir werden unter Einbeziehung aller Akteure im Digitalradio Board Maßnahmen entwickeln, um die Digitalisierung des Hörfunks weiter voranzutreiben.

Auch europaweit möchte man Digitalradio voranbringen und fordert:

Wir setzen uns für eine Interoperabilitätsverpflichtung für Digitalradiogeräte auch auf europäischer Ebene ein.

Darunter dürfte der Wunsch nach einem Multi-Chip für Empfangsgeräte gemeint sein, der Geräte für alle Radioempfangswege, wie UKW, DAB+ und Internet fit machen soll.

Aber auch neue Techniken hat man im Blick. Weiter heißt es im Koalitionsvertragsentwurf:

Wir werden die Weiterentwicklung innovativer Rundfunksysteme im digitalen Zeitalter auch auf europäischer Ebene absichern (Sicherung Übertragungskapazitäten, 5G)

Enttäuschend ist, dass man sich weiterhin nicht auf eine UKW-Abschaltung verständigen konnte. Die neue Interessengemeinschaft Digitalradio Deutschland begrüßte die dahingehenden Meldungen ausdrücklich:

“Das wäre im Zuge einer vorgesehenen bundesweiten Digitalisierungsoffensive der neuen Regierung nur konsequent.”,

so der Sprecher der Interessengemeinschaft, Peter Maisel. Sowohl für die öffentlich-rechtlichen, als auch für die privaten Hörfunksender, wird durch Digitalradio DAB+ die Verbreitung ihrer Programme wesentlich günstiger, da im Vergleich zu UKW deutlich weniger Energie aufgewendet werden muss. Außerdem können sich rund 15 Programme eine Frequenz teilen. Dadurch ist DAB+ im Vergleich zu UKW deutlich energieeffizienter. Schon alleine deswegen können wir die Aufregung
einzelner Programmveranstalter nicht verstehen, die offenbar nach wie vor Angst vor einer UKW-Abschaltung haben, so die Gemeinschaft weiter.

“In zahlreichen Regionen Deutschlands verfügen bereits heute über 30% der Haushalte über ein Digitalradio. Auch die Automobilindustrie hat reagiert, mittlerweile sind 40% der Neuwagen mit DAB+ ausgestattet. Tendenz weiter steigend! Trotzdem hinkt Deutschland beim Thema Radio Digitalisierung hinterher.”, so Peter Maisel. Norwegen ist bereits im vergangenen Jahr
erfolgreich von UKW auf DAB+ umgestiegen. Konkrete Planungen laufen derzeit auch in der Schweiz, in Großbritannien und in Südtirol.

 

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