DAB+ Update: Das war in den letzten Tagen los

Viel ist passiert in den vergangenen Tagen in Sachen DAB+. Deswegen einmal ein kleiner Überblick, was in der Republik so los war:

Bayern/Baden-Württemberg

Der Freistaat zeigte sich von Anfang an rührig was den Digitalradiostandard DAB+ betrifft: Hohes Programmangebot, guter Ausbau. Zufrieden gibt man sich damit nicht und so baute der Bayerische Rundfunk erneut aus und nahm den Senderstandort Wolfsberg in Betrieb und verbesserte damit die Empfangsmöglichkeit im Donautal. Betroffen ist vor allem der Landkreis Pfaffenhofen a.d. Ilm, Neuburg-Schrobenhausen sowie die Städte Ingolstadt, Neuburg a.d. Donau und Neustadt a.d. Donau. Der bayerische Rundfunk sendet dort sein eigenes Bouquet auf Kanal 11D, sowie einen Regionalmux auf 10A in Zusammenarbeit mit BLM und BDR auf dem auch die landesweiten Privatradios ausgestrahlt werden. Im September gab es auf Letztgenannten, sowie auf den anderen Regionalmuxen in Bayern auch einen Neuzugang mit egoFM zu verzeichnen. egoFM sendete bislang lediglich in München, Augsburg, Nürnberg und Ingolstadt und kann nun landesweit empfangen werden. Auf ihrer letzten Medienratssitzung entschied die bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM), dass die frei gewordenen Plätze in Augsburg und München nun durch Radio Galaxy beansprucht werden dürfen. Radio Galaxy ist mit seinen Regionalvarianten bereits in den Muxen Frankens, sowie in Ingolstadt zu empfangen. Das bayerische Mantelprogramm kann nun auch wieder terrestrisch in München und Augsburg gehört werden.

Ein Programmverlust gibt es leider aus Baden-Württemberg zu vermelden. Wie mehrere Medienseiten vermelden, hat Radio VHR den Privatradiomux auf Kanal 11B leider verlassen. Die Gründe sind unbekannt.

Hamburg/Mecklenburg-Vorpommern

Um so erfreulicher ist der erwartete und bereits kommunizierte Zuwachs in der Hansestadt. In Hamburg sind nun auch, die bereits über UKW bekannten Programme 917 xFM, sowie Alsterradio auf DAB+ seit Anfang Oktober on air.

„Mit dem Einstieg in DAB+ stellt unser Funkhaus die Weichen für die Digitalisierung des Radiomarktes. Den Hörerinnen und Hörern bieten wir damit einen noch besseren Sound und reagieren zugleich in einem dynamischen Marktumfeld auf die digitaler werdende Mediennutzung“, so Jörg Reitmann, Geschäftsführer der alster radio GmbH & Co. KG, und ergänzt: „Die digitale Vollprogramm-Lizensierung von Hamburgs Musiksender 917XFM bei DAB+ belegt, dass sich kreative Radioprogramme durchsetzen – egal auf welchem Empfangsweg. Damit bauen wir unsere technische Reichweite deutlich aus, was unsere Position als Hamburger Radiovermarkter stärkt.”

Auch der Norddeutsche Rundfunk hat großes Interesse, seine Programme in bester Digitalqualität immer mehr Hörern zugänglich zu machen. Dazu wurde Ende September der Sender Wismar aufgeschaltet. Dieser versorgt die A20 zwischen den Anschlussstellen Grevesmühlen und Neukloster, sowie u.a. auch Kirchdorf (Poel), Neuburg, Steinhausen, Zurow, Lübow, Dorf-Mecklenburg, Barnekow, Gägelow und Gramkow.

Aktuell läuft außerdem, initiiert durch die Landesmedienanstalt Mecklenburg-Vorpommern ein Call-for-interest für Privatradioanbieter, ob, angesichts der erhöhten Nachfrage nach Empfangsgeräten, Interesse seitens Veranstaltern besteht, mit dieser neuen Technik auf Sendung zu gehen. Die Frist für eine Bekundung endet am 13.10.

Saarland

Auch im kleinen Saarland könnte die Privatradiovielfalt bald steigen. Ähnlich wie in Mecklenburg-Vorpommern läuft dort ebenfalls ein Call for interest von der Landesmedienanstalt LMS.

„Wir wollen mit Hilfe eines Interessensbekundungsverfahrens für die Verbreitung von Digitalradio-Angeboten im Saarland klären, welches Interesse bei Anbietern von privatem Hörfunk- und Telemedien sowie Plattformbetreibern an DAB+ im Saarland besteht, um dann einen Weg zu wählen, der für unser Land den größtmöglichen Beitrag zur Medienvielfalt bedeutet“

, so Professor Dr. Stephan Ory, Vorsitzender des Medienrates der LMS. Entsprechende Wünsche können bis 28.10. an die LMS gerichtet werden.

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