Das Digitalradio-Jahr 2016

Das Digitalradio Jahr 2016 war erneut prall gefüllt mit vielen positiven Nachrichten. Nach nur 5 Jahren nutzen unterdessen, so aktuelle Zahlen, ca. 14 % der Bundesbürger regeläßig Digitalradio. Auf der IFA 2016 stellten die Medienanstalten außerdem ihre Vorstellung des Weges zum digitalen Switch Over vor. Radio wird digital war in Berlin vor Ort. Äußerst fleißig war auch die MediaBroadcast unterwegs. Mittlerweile wird der Bundesmux 1 über 110 Sendestandorte in ganz D abgestrahlt. Feierlich wurde im Herbst der 100. Sendestandort aufgeschaltet.

Und auch die Programmvielfalt nahm kontinuierlich zu. Mit NDR Plus und der MDR Schlagerwelt entdeckten neben Bayern die öffentlichen-rechtlichen Anstalten den Schlage für das Digitalradio. Alleine Hamburg glänzte mit drei Aufschaltungen: Antenne Sylt, lulu FM, und ERF Pop. Eine tolle Bereicherung für den Bundesmux zur IFA 2016 ist auch das Schwarzwaldradio. Dr WIlli Steul, Intendant der Deutschlandradios und Vorsitzender des Vereins Digitalradio Deutschland e.V.:

„Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: DAB+ ist nicht mehr aufzuhalten. Wer heute noch am Erfolg von Digitalradio DAB+ zweifelt oder die Technologie schlechtredet, agiert ausschließlich aus taktischen Gründen“

Doch die Zahlen sollen nicht zum Ausruhen verleiten. Ganz im Gegenteil. Dr. Steul appelliert an die Politik sich mehr für Digitalradio zu engagieren:

„Dazu gehört beispielsweise, dass frei werdende UKW-Frequenzen nicht wieder neu vergeben werden dürfen. Ferner muss die Politik privaten Programmanbietern durch gezielte Fördermaßnahmen die Chance für neue Programme über DAB+ eröffnen, neben der Finanzierung des Simulcasts für existierende UKW-Angebote. Die Länder Schweiz und Norwegen zeigen eindrucksvoll, wie eine Migration von analogem zu digitalem Radio gelingen kann, wenn alle Marktakteure – private und öffentlich-rechtliche Programmveranstalter, Netzbetreiber und die Geräteindustrie – mit der Politik an einem Strang ziehen. Nach der Abschaltung der Mittel-, Lang- und Kurzwellensender sollte es eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, dass in Deutschland verkaufte Radiomodelle weiter eine Zugangsmöglichkeit zu allen terrestrisch verbreiteten Hörfunkprogrammen besitzen. Das ist nur möglich, wenn Radiogeräte verpflichtend einen Multinorm-Empfangschip für UKW und DAB+ besitzen. Nur dadurch entsteht ein diskriminierungsfreier Zugang zu allen auch digital über Antenne verbreiteten Angeboten.“

Auch Willi Schreiner, Geschäftsführer der DRD Digitalradio Deutschland GmbH versandte innerhalb seiner „Digitalradio-News“ einen kurzen Jahresrückblick, in dem er resümierte:

Europaweit ist DAB+ auf dem Vormarsch, auch in Frankreich geht es stetig voran, Holland dürfte bald zu einem DAB+ Musterland sein, gerade auch im lokalen Bereich. Am 11. Januar 2017 wird in Bodo/Norwegen der erste UKW-Sender abgeschaltet werden, Norwegen startet als erstes europäisches Land den Ausstieg auf der analogen UKW-Technik. Der Sendernetzausbau für die bundesweiten Programme läuft plangemäß, neue Programmangebote wie Schwarzwaldradio verstärken das Programm-Ensemble, in Hessen und Berlin wurden weitere lokale, regionale Programme aufgeschaltet. In Bayern arbeiten der Bayerische Rundfunk und die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) an einem Modell, wie private und öffentlich-rechtliche Sender digitale Kapazitäten gemeinsam wirtschaftlich nutzen können. Ein Modell auch für andere Bundesländer

Für eine große Überraschung sorgte zum Jahresende Siegfried Schneider, Präsident der BLM. In der letzten Medienratssitzung des Jahres verkündete er:

Eine vielleicht beispielgebende Zusammenarbeit hinsichtlich der Verbreitung von Digital Radio-Hörfunkprogrammen über DAB+ ist der BLM und dem BR gelungen. Der Intendant des BR und ich haben letzte Woche, nach mehrmonatigen Verhandlungen, Planungen und Abstimmungen eine Vereinbarung unterzeichnet, dass wir eine breite Kooperation im Bereich des Betriebes von DAB-Netzen in Bayern in den nächsten 8 Jahren durchführen werden. Wesentliches Ergebnis dabei ist, dass in den DAB-Netzen des BR je nach Region zwischen 2 und 10 private Hörfunkprogramme neben den Programmen des BR ausgestrahlt werden. Immer dort, wo die Netzstrukturen strukturell gleich sind, werden wir zusammenarbeiten.

So soll der heutige bayernweite Kanal 10D dem künftigen Bundesmux 2 vorübergehend zur Verfügung gestellt werden. Die dort derzeit landesweit ausgestrahlten Programme sollen in den neuen lokalen BR-Muxen Platz finden neben weiteren Angeboten. Der BR wird die neuen Kapazitäten für die Regionalvarianten der Programme Bayern 1 und Bayern 2 nutzen. Die CUs, die nicht vom BR genutzt werden, wird die BDR (Bayern Digitalradio) betreiben.

Der BLM-Präsident weiter:

Die Landeszentrale wird nun beginnend mit dem Jahr 2017, Zug um Zug in den Regierungsbezirken Bayerns die privaten Anbieter einladen, sich an der DAB-Verbreitung zu beteiligen. Zusammen mit den von der CSU-Landtagsfraktion zum Doppelhaushalt 2017/2018 angekündigten Fördermitteln für DAB und unserer eigenen Förderung aus dem Haushalt der BLM werden wir voraussichtlich bis Ende 2018 alle heutigen UKW-Programme auch in DAB+ dem bayerischen Radiohörer anbieten können. Durch die Kooperation wird aber auch im begrenzten Umfang die Möglichkeit für die Verbreitung neuer lokaler/regionaler und landesweiter Programme bestehen.

Damit findet ein spannendes DAB+-Jahr sein Ende. Radio wird digital ist sicher, dass auch 2017 ein Erfolgreiches für das Digitalradio wird. Allen Lesern ein frohes, friedliches und gesegnetes Weihnachtsfest!

Quelle: Pressemitteilungen des Vereins Digitalradio Deutschland und BLM, Newsletter des GF der DRD Deutschland

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