Der Radio wird digital – DAB+ Wahlcheck 17 / Teil 2: Die Linke

Am 20.09. startete Radio wird digital pünktlich zur Bundestagswahl am 24.09. einen DAB+ Wahlcheck. Wie sich die CDU positioniert, haben wir bereits erfahren. Heute äußert sich die Partei “Die Linke”. Sie spricht sich für einen verpflichtenden Einbau von UKW- und DAB+ -Empfangschips ab 2019 in entsprechende Empfangsgeräte aus und möchte im Falle einer UKW-Abschaltung sozial schwächere Bürger mit Gutscheinen zum Erwerb von Digitalradios unterstützen. Ein Switch von FM knüpft die Partei aber an Voraussetzungen. Hier die Antwort im Original und Detail:

In der aktuellen Novelle des Telemediengesetzes, die am 27. April 2017 vom Deutschen Bundestag beschlossen wurde, wurde nicht der Empfehlung des Bundesrates gefolgt, dass ab 2019 nur noch Radios mit DAB+ Schnittstelle verkauft werden dürfen und auch die Automobilhersteller wurden nicht verpflichtet, zukünftig nur noch Autoradios mit DAB+ herzustellen. (Anmerkung des Autors: Nach Kenntnisstand wurde diese Entscheidung vertagt)

DIE LINKE hält es aber durchaus für sinnvoll ab 2019 nur noch Radiogeräte zu verkaufen, mit denen sowohl UKW als auch DAB+ empfangen werden kann. Allerdings sollte ein Umstieg auf DAB+ nur dann erfolgen, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, und zwar wenn:

  • flächendeckender In-House-Empfang von DAB+ möglich ist und
  • in 75% der Haushalte entsprechende Geräte vorhanden sind

Im Falle der Abschaltung von UKW sollten die Haushalte, die noch keine Empfangsgeräte haben und von Hartz IV, Bafög, Sozialrente etc. leben, einen Gutschein für zwei DAB+-Empfänger erhalten. Bis dahin sollten die bisherigen UKW-Frequenzen weiterhin nur für Radio zu nutzen sein.

Den freien Radios/Bürgerradios sollen die Umrüstungskosten durch die jeweiligen Landesmedienanstalten finanziert werden.

Der 20. KEF Bericht fordert ein konkretes UKW Abschaltdatum, welches aber bis heute von Bund und Ländern nicht beschlossen wurde, wohingegen andere europäische Länder abschalten (u.a. Norwegen und Dänemark, entsprechende Pläne hat auch die Schweiz)
Hintergrund dieser Forderung ist die Kritik, ein paralleles Anbieten von analogem und digitalem Hörfunk bzw. der entsprechenden Verbreitungswege sei langfristig zu teuer.
Langfristig kann eine Umstellung auf DAB+ aber nur erfolgreich sein, wenn auch die privaten Hörfunkanbieter ihr Programm auf DAB+ umstellen und gerade den lokalen, nicht-kommerziellen Programmanbietern finanzielle Ressourcen und technische Unterstützung bei der Auseinanderschaltung von DAB+-Netzen in lokale Sendegebiete zur Verfügung gestellt werden.

Vielen Dank für die Stellungnahme an die Partei “Die Linke”. Diese spiegelt nicht zwangsläufig die Meinung von Radio wird digital wider. Radio wird digital hat alle wesentlichen Parteien um Stellungnahme gebeten (CDU, SPD, FDP, Grüne, AFD, Die Linke und Die Piraten). Sollte kein Beitrag einer genannten Partei erscheinen, so erhielt Radio wird digital keine Antwort. Die Reihenfolge der Veröffentlichung richtet sich nach dem zeitlichen Eingang der Antworten auf die Anfrage.

Morgen lesen Sie auf Radio wird digital die Stellungnahme der SPD.

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