Der Super Freitag: Mega-Verkaufszahlen und tolle Bewerber

Was war das für ein Mega-Digitalradio-Freitag, der 24.02.2017. Im Fokus stand zweifellos das Ende der Bewerbungsfrist auf die Ausschreibung für den geplanten 2. Bundesmux, also einem weiteren Paket für ca. 15. Programme, die bundesweit verbreitet werden sollen. Bereits am Vormittag zog die Gesellschaft für Unterhaltungselektronik (gfu) über das Jahr 2016 Bilanz was den Markt für Consumer Electronics betrifft. Während insgesamt ein leicht rückläufiges Geschäft attestiert wurde, glänzten die Verkaufszahlen von Digitalradios. Die vertriebenen Stückzahlen erreichten mit einem Plus von 21% gegenüber 2015 neue Rekordstände. Insgesamt wurden laut der gfu-Pressemitteilung 1,2 Millionen Geräte verkauft. Auch für 2017 gibt man einen positiven Ausblick: Wie der gfu-Pressesprecher gegenüber Radio wird digital verriet, erwartet man, dass in diesem Jahr 1,3 Millionen Geräte über den Ladentisch gehen. Weitere Wachstumsbereiche in 2016 waren u.a. UHD-TV-Geräte, Dockinglautsprecher und Kopfhörer.

Pünktlich um 12 Uhr mit Ende der Bewerbungsfrist innerhalb des Ausschreibungsverfahrens für den 2. Bundesmux richteten sich Augen und Ohren zur Kommission für Zulassung und Aufsicht der Medienanstalten(ZAK), die kurz nach 12 Uhr mit äußerst überraschenden Nachrichten an die Presse gingen: Nicht nur die Anzahl der Bewerber auf einen sogenannten Plattformbetrieb (Anmerkung: Ein Anbieter entscheidet über die Zusammensetzung der Programme) überraschte, sondern auch teilweise die Namen der Bewerbergesellschaften. Die ZAK teilte mit, dass bei der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM) insgesamt 4 Bewerbungen eingegangen sind, und zwar:

  1. Digital Audio Broadcasting Plattform DABP GmbH, vertreten durch  die Geschäftsführer Dr. René Laier und Florian Schuck, Leipzig – Nach Recherchen von Radio wird digital ist in der Liste der Gesellschafter vom April 2016 die Göpel Vermögensverwaltung GmbH genannt. Dahinter steht wohl Steffen Göpel, der früher große Erfolge als Rennfahrer feierte und nach der Sportkarriere erfolgreicher Immobilienmanager wurde. Er gilt als Initiator für den Start der Ausschreibung auf einen zweiten Bundesmux. Florian Schuck, der Geschäftsführer ist Radio-Profi und unter anderem an den Gesellschaften Antenne Frankfurt GmbH und The Radio Group Beteiligungsgesellschaft mbH beteiligt.
  2. MEDIA BROADCAST Digital Radio GmbH, vertreten durch den Geschäftsführer Wolfgang Breuer, Köln – Diese Bewerbung war von Experten erwartet worden. MediaBroadcast ist bereits der technische Dienstleister für den ersten Bundesmux und darf dort als Plattformbetreiber Teile des Muxes ebenfalls mit Programmen belegen. Außerdem betreibt der Anbieter auf Landesebene erfolgreich mehrere Netze
  3. Radi/o digital GmbH, vertreten durch den Geschäftsführer Caspar Schilgen, München – Zu diesem Bewerber existieren sehr wenige Informationen. Die Recherchen zu Caspar Tilgen führten Radio wird digital zu einem Managing Director einer großen Venture Capital und Investment-Gesellschaft, sowie zu einem Vorstand einer Holding. Ob die Recherche zutreffend ist, ist reine Spekulation
  4. Absolut Digital GmbH & Co. KG, vertreten durch den Geschäftsführer Willi Schreiner, Nürnberg –
    Bild: Absolut Digital GmbH u. Co.KG

    Dieser Bewerber ist wohl eine der größten Überraschungen. Bekannt ist das Unternehmen durch seine Sender Absolut Relax(bundesweit) und Absolut Hot(Bayern und Hessen). Mit dieser Bewerbung möchte man 16 weitere Programme unter der Marke „Absolut“ starten (s. nebenstehende Grafik). Sollte diese Bewerbung den Zuschlag erhalten, würde dies wohl auch ein Comeback für „Absolut Radio“ im Digitalradio bedeuten. Willi Schreiner, Geschäftsführer von Absolut Digital, sieht im 2. Multiplex große Chancen für die weitere Fortentwicklung der DAB+ Technologie in Deutschland:

Wir sind fest davon überzeugt, dass der digitale Rundfunk eine digitale Terrestrik benötigt. Hier ist die Übertragungstechnik DAB+ allein schon aus Kostengründen die erste Wahl.

Es wird spannend, wer den Zuschlag erhalten wird. Wie geht es nun weiter? Die Pressemitteilung der ZAK verrät: Der Fachausschuss Netze, Technik, Konvergenz der Medienanstalten wird sich am 7. März mit den Bewerbungen befassen und eine erste Bewertung in Bezug auf die Zulässigkeit und Qualität der Anträge vornehmen. Noch in der ersten Jahreshälfte 2017 könnte dann die Zuweisung durch ZAK oder – im Fall einer Auswahlentscheidung – durch die GVK erfolgen.

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