Der VPRT äußert sich zum Digitalradio-Board

Überraschend kam die Meldung, dass der Verband Privater Rundfunk und Telemedien e.V. das Digitalradio-Board verlassen hat und gleichzeitig der Roadmap zur digitalen Transformation des Rundfunks keine Zustimmung erteilt. Radio wird digital berichtete.

Nun bezieht der VPRT gegenüber Radio wird digital noch einmal Stellung. Die Begründung für diesen Schritt nun im Original. Sebastian Artymiak, Leiter Medientechnologie im VPRT erläutert:

Seit der Gründung des Digitalradio-Boards im BMVI Mitte 2015 hat sich der VPRT intensiv in die Diskussionen eingebracht, um an einem konkreten Fahrplan für die Umstellung vom analogen UKW-Hörfunk auf den digitalen Standard DAB+ mitzuarbeiten. Dabei stand immer der Anspruch im Fokus, DAB+ den Weg zu ebnen und UKW nicht einzuschränken. Der Weg zu DAB+ darf die Privatradios im analogen Geschäftsmodell nicht einengen, da UKW die Basis für Investitionen in der digitalen Welt ist. Diesem Anspruch wurde das Board auf dem Weg zu einem Aktionsplan – trotz enormer und sehr anerkennenswerter Bemühungen des BMVIs – am Ende nicht mehr gerecht. Die im VPRT zusammengeschlossenen Privatradios haben sich daher entschieden, den Entwurf der Roadmap als nicht markttauglich abzulehnen und das Digitalradio-Board zu verlassen.

Hierfür gibt es im Wesentlichen zwei Gründe: Die Privatradios kritisieren unter anderem die geplante Maßnahme, nicht mehr genutzte UKW-Frequenzen größtenteils brachliegen zu lassen und keiner neuen Verwendung durch private Radios zuzuführen. Werden UKW-Frequenzen von ARD oder Deutschlandradio zurückgegeben, sollten sie dafür genutzt werden, neue Gebiete für die seit jeher schlechter gestellten Privatradios zu versorgen und nicht staatlich eingezogen werden.

Darüber hinaus kritisiert der VPRT, dass zur Förderung von Digitalradio eine Regelung für Hörfunkempfangsgeräte vorgeschlagen wird, die mobile Geräte ausklammert. Smartphones sind ein wichtiger und wachsender Markt für den digitalen Radioempfang. Sie in einer digitalen Migrationsplanung nicht zu berücksichtigen, heißt schlichtweg, das Verhalten der Verbraucher auszublenden. Sollte eine Änderung des Telekommunikationsgesetzes (§48) in Erwägung gezogen werden, so plädieren wir für eine technologieneutrale Weiterentwicklung für Audio-Empfangsgeräte, die mobile Geräte wie Smartphones berücksichtigt und nicht bewusst ausklammert.

Vielen Dank an Sebastian Artymiak, Leiter Medientechnologie im VPRT

You May Also Like

About the Author: Dirk Martens