Kommt Bewegung in den Verkauf des UKW-Sendernetzes?

Es war der Paukenschlag schlechthin als der Sendernetzbetreiber Media Broadcast im Februar verkündete, sich vom UKW Sendernetz trennen zu wollen, um sich voll und ganz auf die Wachstumsmärkte DAB+ und DVB-T2 konzentrieren zu können. Nachdem die Politik der Abschaltung von UKW im Jahr 2015 eine Absage erteilte, wurde das UKW Sendernetz liberalisiert, das heißt auch Mitbewerbern war es nun möglich eigene Sender zu betreiben. Dies führte zu einer Regulierung des Marktes in dem unter anderem Höchstpreise für die Mitbenutzung der Antennenstruktur der Media Broadcast seitens der Bundesnetzagentur vereinbart wurden. Dies wurde seitens der Presse als ein Grund für die Einstellung des UKW Geschäftes der Freenet AG Tochter genannt.

Ein weiterer war aber sicherlich der Umstand, dass die UKW Nutzung seit Jahren rückläufig ist. Ist im Radiobereich UKW zwar noch immer der Platzhirsch unter den Empfangsmöglichkeiten, so steht vor den Nutzungszahlen im Vergleich zu den Vorjahren seit Jahren ein rotes Minus. Dem ist sicherlich die zunehmende Smartphone- und Internet-Nutzung geschuldet, aber auch der Umstand, dass der digital-terrestrische Übertragungsweg DAB+ sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Jüngst strahlten die Bayern über eine Gerätepenetration in über 20% der bayerischen Haushalte.

In den letzten Monaten wurde es immer ruhiger im Bezug auf den UKW-Verkauf. Am vergangenen Freitag jedoch berichtete das britische Medienunternehmen Merger Market, dass das Unternehmen Belgravia mit dem Prozess beauftragt wurde. Dabei geht es um ein lukratives Geschäft. Merger Market, die sich auf zwei übereinstimmende Quellen berufen, ermittelten einen möglichen, jährlichen Jahresumsatz zwischen 50-60 Millionen Euro durch das Asset, bei einer EBITDA-Marge zwischen 10-20%. Der Nettoinventarwert wird auf 118 Millionen Euro geschätzt. Über die ca. aktuell 1000 Funkantennen werden aktuell ca. 110 Kunden bedient. Media Broadcast möchte bis Mitte 2018 den Prozess abgeschlossen haben.

Ein Millionengeschäft, welches sich hier anbahnt mit sicherlich nicht wenigen Interessenten. Denn noch immer generieren, vor allem Privatsender, ihre Haupteinnahmen über diesen Verbreitungsweg, Noch immer erfreuen sich über 70% der Hörer am guten-alten UKW-Netz.

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About the Author: Dirk Martens