Neue DAB+ -Werbekombi: Geschäftsführer Matthias Mroczkowski im Interview

Für einige Sender dürfte das Jahr 2017 gut gestartet sein: Trotz steigender Geräteverkaufszahlen und immer mehr Hörern haperte es noch an der Vermarktung der Programme; sprich, es gab bei den Sendern kaum Werbung zu hören, die existenziell wichtig ist. Nun hat sich mit audimark ein professionelles Unternehmen gefunden, welches mit “Audimark DAB+” ein reines Digitalradio -Paket für die Werbewirtschaft geschnürt hat. Radio wird digital freut sich, dass sich Geschäftsführer der audimark, Matthias Mroczkowski für ein Radio wird digital-Interview bereit erklärt hat.

Bild: Matthias Mroczkowski, audimark

Mit audimark DAB+ setzt das Unternehmen audimark Maßstäbe und „wagt“ sich an die Vermarktung von Digitalradio-Programmen. Was überzeugt Sie von DAB+?

Die Aufnahme von DAB+ – Sendern in unser Portfolio erschließt ein neues Segment an Hörern, die wir bislang nicht erreicht haben. So können wir unseren werbetreibenden Kunden und deren Agenturen mehr Reichweite zur Verfügung stellen.

Einige Ihrer Mitbewerber glauben eher weniger an DAB+ und entsprechende Vermarktungsmöglichkeiten und sehen die Werbezukunft im Internet. Nun wurde audimark vor allem durch Webradio-Vermarktung groß. Stehen Digitalradio DAB+ und Internetradio im Widerspruch oder ergänzen sich beide Übertragungsformen nicht eher?

DAB+ und Webradio ergänzen sich meiner Meinung nach gut in der digitalen Verbreitung. Beide Übertragungswege haben ihre Stärken: Webradio profitiert von einer immensen Verbreitung der Endgeräte im Hörermarkt, wie Laptops oder Smartphones, über die eine Nutzung einfach möglich ist. DAB+ hingegen spielt seine Stärke besonders in mobilen Nutzungssituationen wie zum Beispiel im Auto aus. Hier ist aus meiner Sicht auch die Verbreitung von DAB+ – Empfangsgeräten am höchsten.

DAB+ steht u. a. in der Kritik, über zu wenige aussagekräftige Zahlen hinsichtlich der Reichweite zu verfügen. Besteht hier tatsächlich noch Handlungsbedarf?

Durch die DAB+ – Pilotstudie von agma/MMC haben wir erstmalig Daten, um Reichweiten der Radiosender auszuweisen. Wie auch die Reichweiten von Webradio in der ma Audio werden die Hörerzahlen jedoch methodisch anders als die Reichweiten von UKW-Radiosendern erhoben. Im UKW-Radio wird die Reichweite über eine Befragung des gestrigen Tages und bei DAB+ über eine Befragung über ein Tagebuch erhoben. Die Herausforderung wird darin liegen, sicherzugehen, dass DAB+ – und UKW-Radioangebote trotz einer anderen Erhebungsmethodik vom Endergebnis auf gleichem Niveau ausgewiesen werden.

Mit ca. 80 – 90 % Nutzungsquote dominiert UKW den Werbemarkt und lässt Radiosender hadern, in neue Übertragungswege zu investieren. Kann mit UKW auch in zehn Jahren Radio noch erfolgreich vermarktet werden?

Am Ende des Tages wird es dem Werbekunden egal sein, über welchen Weg (UKW, DAB+ oder Webradio) sein Audiospot den Nutzer erreicht. Daher werden wir uns zukünftig weniger über einzelne Verbreitungswege, sondern eher über die Radiobrands mit unseren Kunden unterhalten. Sprich, am Ende des Tages wird es leicht fallen, die Sender zu vermarkten, die auch am Hörermarkt gut dastehen und so dem Werbungtreibenden Zugang zu einem exklusiven Hörersegment verschaffen.

DAB+ entwickelt sich in Deutschland recht erfolgreich; allerdings sind uns andere Länder weit voraus. Norwegen beginnt mit der UKW-Abschaltung am 11.01., die Schweiz hat bereits eine klare Roadmap mit demselben Ziel auf den Weg gebracht und auch in anderen Ländern Europas verläuft die Entwicklung deutlich dynamischer. Warum tut sich Deutschland noch so schwer mit dieser Übertragungstechnik und was fehlt, damit auch wir mit schnellerer Geschwindigkeit Radio auf den Digitalisierungspfad bringen?

Diese Frage lässt sich sicherlich leichter von den Radiosendern als von uns als Vermarkter beantworten. Aus meiner Sicht ist sicherlich die Hürde weiterhin die Verbreitung der Endgeräte im Markt, die eine Nutzung der DAB+ – Sender erst möglich machen. Auf Senderseite besteht die Herausforderung darin, attraktive Angebote zu schaffen, die den Nutzer so von einer Anschaffung eines DAB+ – Empfängers überzeugen.

audimark DAB+ startet mit fünf Sendern. Welche Botschaft soll andere Sender überzeugen, mit Ihnen noch erfolgreicher zu werden?

audimark bietet DAB+ – Sendern erstmalig einen professionellen Zugang zum Werbemarkt und schafft so eine finanzielle Grundlage für deren Geschäft. Gerne sind wir auch weiteren Sendern gegenüber für eine Vermarktung offen, sofern diese über ein gewisses Maß an Hörerzahlen verfügen.

Herzlichen Dank Herrn Matthias Mroczkowski, Geschäftsführer des Unternehmens audimark für das Gespräch und für Ihre Projekte viel Erfolg!

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