Werbung

NLM und TU Braunschweig testen Regionalisierung bei DAB+

DAB+ gewinnt deutlich an Fahrt in Deutschland. Die Verkaufszahlen florieren und immer mehr Programme erkennen den Mehrwert und zeigen Interesse an einer Verbreitung mit diesem zeitgemäßen terrestrischen Radiostandard. Welche Möglichkeiten bestehen haben bereits viele Programmanbieter bewiesen. So beispielsweise zum Start im Jahr 2011 der Sender 90elf. Man hatte nur einen Programmplatz zur Verfügung, wollte aber möglichst viele Samstags-Fußballspiele einzeln übertragen. Also splittete man die zur Verfügung stehende Kapazität auf und sendete jeweils mit minimierter Bandbreite bis zu vier Signale, um möglichst viele Einzelspiele übertragen zu können.

Dieses Verfahren machte sich seit November 2016 auch Radio SAW zu Nutze. In Zusammenarbeit mit der Landesmedienanstalt Sachsen-Anhalt verwendete man bei der Ausstrahlung von regionalen Inhalten genau dieses Verfahren, d.h. die vorhandenen Kapazitäten werden z.B. bei Regionalnachrichten auf die unterschiedlichen Inhalte mehrerer Regionen aufgeteilt und das Programm schaltet sich automatisch auf die Version der Region, in der man sich gerade aufhält bzw. man wählt manuell die Variante, die den Hörer gerade interessiert. Dies führt in diesen Zeiträumen zu Qualitätsverlust des Audiomaterials.

Aus diesem Grund hat sich die niedersächsische Landesmedienanstalt(NLM) in Zusammenarbeit mit der TU Braunschweig für einen anderen Weg entschieden. Ende 2015 wurde dazu ein Modellversuch gestartet, der im August 2016 in die zweite Phase startete. Wie Dr. Ing. Dirk Jäger, Bereichsleiter Technik bei der NLM Radio wird digital mitteilte, verlaufen die Tests aktuell sehr zufriedenstellend. Der Ansatz der NLM und TU Baunschweig ist dabei folgender: Für die Ausstrahlung lokaler/regionaler Schwerpunkte wird nur das Signal auf den jeweiligen Sendeturm geschickt, welches für die betreffende Region zuständig ist, also das Hannover Programm auf den Hannoveraner Sendemast, das Braunschweiger auf die Antenne in Braunschweig usw… . Somit ist es nicht nötig alle Regionalvarianten parallel auf einem Kanal auszustrahlen, was keine Einschränkung bei der Audioqualität zur Folge hat. Die unterschiedlichen Varianten sehen Sie in nachfolgender Übersicht:

Laut Herrn Dr. Ing. Jäger funktioniert das von der NLM/TU Braunschweig angewandte Verfahren (Möglichkeit B) sehr gut. Viele handelsüblichen Geräte kommen mit der Technik bisher sehr gut klar. Probleme bereiten noch sogenannte Überschneidungsgebiete, also die Randbezirke, in denen zwei Varianten empfangen werden können. Hier kommt es offenbar aktuell noch zu einem teilweisen Abbruch des Empfanges bei den Geräten, so dass im Radio Stille herrscht. Die NLM zeigte sich allerdings zuversichtlich auch dies gelöst zu bekommen. Aktuell findet der Test mit 3 Programmen statt. Die NLM verspricht sich dadurch einen positiven Effekt, um mehr Programmveranstalter von DAB+ überzeugen zu können. Vor allem Privatsender bemängelten die unzureichende Möglichkeit ihre Inhalte auseinanderschalten zu können. Aus Vermarktungsgründen ist dies eine wichtige Voraussetzung um auch regionale Werbepartner gewinnen zu können.

Radio wird digital wünscht der NLM und der TU Braunschweig weiterhin viel Erfolg bei dem Projekt.

You May Also Like