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WDR erhält mehr Kapazitäten im Kanal 11D

In der vergangenen Woche hatte die radioWOCHE bereits darüber berichtet: Die LFM gibt die aktuell freien Restkapazitäten im DAB+ Kanal 11D an den Westdeutschen Rundfunk (WDR) zurück. Tatsächlich hat nur das “Domradio” die Kapazität, die Privatsendern durch die LFM zur Verfügung stand in Anspruch genommen. Weitere Privatsender, die eine Lizenz im Rahmen einer Ausschreibung erhielten, haben diese nie genutzt. Eigentlich war es der Wille der LFM einen eigenen Privatmux, gegebenenfalls auch auf regionalen Ebenen zu errichten, was aber, gemäß Aussage der Medienbehörde, an der Anzahl von Interessenten scheiterte. Zudem wollen die vorhandenen Lokalradioprogramme bislang nicht über Digitalradio abstrahlen. Daher wurde das Pilotprojekt für Privatradioprogramme innerhalb des Kanals 11D bis 2019 verlängert. Doch warum wurde nun die Restkapazität zurück gegeben? Dadurch haben weitere Privatsender schließlich nun vorerst keine Möglichkeit mehr im Digitalradio on air zu gehen. Radio wird digital fragte bei der LFM nach und erhielt folgende Antwort:

Im Pilot verblieben ist nur noch domradio. Alle anderen Veranstalter, die sich beworben hatten (zu Beginn des Piloten), sind entweder nie angetreten oder zwischenzeitlich abgesprungen.

Mit der Verlängerung wird es dem verbliebenen Veranstalter möglich gemacht, die Pilotzwecke weiter zu verfolgen; eine Neuausschreibung war nie vorgesehen.

Eine Nachbelegung nach erfolgter Belegung in Folge einer Ausschreibung ist aus Gründen der Gleichbehandlung nicht möglich. Für die Verlängerung der Zuweisung von Übertragungskapazitäten

sieht das Landesmediengesetz keine Neuausschreibung vor. Für einen Regelbetrieb müsste nach entsprechender Neuzuordnung durch die Staatskanzlei eine Neuausschreibung stattfinden.

Hierfür wiederum gab es bislang keinen belastbaren Bedarf.

Mit der Verlängerung wird nun eine Brücke geschlagen, um einen unterbrechungsfreien Übergang von domradio zum 2. Bundesmux zu ermöglichen. Dies geschieht aus

Interesse an DAB und zum Nutzen der Hörer des Programms in NRW. Eine andere Vorgehensweise hätte negative Signale gesetzt und wäre nicht förderlich für die Entwicklung von DAB insgesamt.

Der WDR hat so die (lange angestrebte) Rechtssicherheit, einen eigenen Kanal (11D) in vollem Umfang langfristig nutzen zu können.

Sobald sich  – gestützt u. a. durch einen Erfolg des 2. Bundesmux – ein belastbarer Bedarf für NRW ergibt, stehen Übertragungskapazitäten sowohl für einen eigenen landesweiten privaten Multiplex

als auch für ein „regionalisiertes“ Vorgehen zur Verfügung. Dafür hat die LfM ein Bedarfskonzept über die Staatskanzlei NRW und mit deren Unterstützung an die Bundesnetzagentur übersandt.

Vielen Dank an den Pressesprecher der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen für die Stellungnahme.

Wie von der LFM bereits angesprochen, ist die Situation für den WDR positiv. Aber wie plant der WDR mit diesen weiteren Kapazitäten? Auf telefonische Anfrage berichtetet ein Pressesprecher der Rundfunkanstalt, dass es hier noch keine konkreten Beschlüsse gibt. Leider ist man, wie andere Rundfunkanstalten auch, von der Politik abhängig. So gab es im vergangenen Jahr beispielsweise kein grünes Licht für eine Schlagerwelle in Nordrhein-Westfalen, die über das Digitalradio ausgestrahlt werden sollte. Auch dem WDR herzlichen Dank für das Statement.

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